Umbau einer Gibson Les Paul Junior

Bei diesem Projekt wünschte der Kunde einen zweiten Pickup in seiner eigentlich nur mit einem P90 bestückten LP Junior.

Dazu muss eine Fräsung durchgeführt werden und ein Kabelkanal zum E-Fach geschaffen werden. Das ist in diesem Falle nicht ganz so einfach.

Eine Skizze verdeutlicht die möglichen Winkel die zum Bohren möglich sind, ohne unten wieder heraus zu kommen, was dem Kunden sicherlich schwer zu vermitteln wäre. Im nächsten Schritt wird gefräst. Dann kommt das Bohren des Kabelkanals (hier nicht zu sehen).
Da ich nicht mehr als unbedingt nötig verändern möchte, wird das Ton-Poti durch einen speziellen Überblendregler ersetzt, mit dem man verlustfrei die Pickups überblenden kann (d.h. in der Mittelstellung sind beide Pickups voll an, genau wie bei dem sonst üblichen Toggle-Switch).

Die Arbeit hat sich gelohnt. Besonders in Verbindung mit dem Überblendregler ergeben sich viele neue und wirklich gute Sounds. Eine klare Bereicherung der Möglichkeiten. Würde ich bei Bedarf wieder genau so machen.

Fender Jazzmaster Orignal 60er

Fender Jazzmaster Orignal 60er

Hier einige Bilder von der Überholung einer Fender Jazzmaster von ca. 1964. Absolut erstaunlich, welchen Aufwand man damals mit dem Aufbau der Elektrik und der Abschirmung getrieben hat. Ich schätze, dass allein in den Aufbau der elektrischen Verbindungen damals mehr Man-Power investiert wurde als heute in den Bau einer kompletten E-Gitarre.
Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob das untere Abschirmblech original ist. Da im Original- ‘Wiring Diagram’ allerdings etwas von ‘to brass shield’ steht, gehe ich davon aus, dass es ab Werk so gemacht wurde. Heute unvorstellbar, zumal alles von Hand gelötet ist.

Heutige Hersteller gehen eher dazu über ihre Potis auf Platinen zu setzen und mit Steckkontakten zu versehen (auch gesehen bei G* und F*), das gibt zwar über kurz oder lang Probleme mit oxydierten Kontakten, aber meist erst, wenn die Garantie abgelaufen ist…

Dann haben wir die Freude, das Ganze auf handgelötet umzurüsten, was der 3-5-fache Aufwand ist, als wenn man es gleich ordentlich gemacht hätte. Aber egal, zahlen muss der Endverbraucher.

Schaltungen zum Nachbauen Teil2: Preamp

Diese Schaltung verstärkt das Signal der Tonabnahmer um ca. 3 dB (ca. 1,5mal) und schafft dem Gitarristen eine ganze Reihe von Problemen vom Hals:

  • Die Gitarre wird schaltungsrechnisch ‘abgedichtet’, es gibt keine nennenswerte Wechselwirkung zwischen Kabellänge und Klang mehr.
  • Der unerwünschte Effekt, dass beim Herunterdrehen der Lautstärke der Klang dumpfer wird, verschwindet. Falls man schon die Schaltung aus Beispiel 1 hatte, kann man diese aber gerne behalten oder nur den Kondensator entfernen, da die veränderte Regelcharakteristik des Volumenreglers (Widerstand parallel) recht angenehm ist.
  • Die Ausgangsleistung erhöht sich, die Gitarre wird weitgehend unabhängig von der Eingangsimpedanz des Verstärkers, die Pickups können weiter von den Saiten entfernt positioniert werden (‘Stratitis’ vermeiden). Die Versorgung erfolgt über eine 9 Volt Blockbatterie, bei einem Strombedarf von weit unter 1 Milliampere hält diese bei normaler Benutzung und wenn man nicht ständig vergisst, den Stecker abzuziehen, mindestens ein Jahr.

Es gibt eine Reihe weiterer sinnvoller Maßnahmen, wie z.B. die Verwendung einer Reihe von Kondensatoren zur Änderung der Resonanzfrequenz und -güte, die ebenfalls das Klangspektrum enorm erweitern.

Schaltungen zum Nachbauen Teil1: Treble Bleed

Hier werde ich hin und wieder einige Anregungen für Gitarristen posten, die selber ihre E-Gitarre verbessern möchten.

Das erste Beispiel ist der sogenannte ‘Treble Bleed’, eine simple Modifikation, die verhindert, dass beim Herunterdrehen des Volume-Reglers die Höhen gedämpft werden. Der Preis für die Bauteile beläuft sich auf einige Cent!!!

Hier werden zwei kleine Bauteile, ein Kondensator (C1) und ein Widerstand (R1) an das Volumen-Poti gelötet.

Schaltbild

Effekt: Die hohen Frequenzen bleiben auch beim Herunterdrehen der Lautstärke erhalten. Sehr sinnvoll. Die Regelkurve des Potis wird etwas flacher und verteilt sich besser über den Drehbereich.

Wer mag kann gerne die Kosten für die beiden Bauteile beim Elektronik-Händler ermitteln. Ein namhafter Gitarren-Hersteller bietet diese ‘Schaltung’ für ca. 30€ an. Einlöten muss man natürlich noch selber.